Schwierige Balance: Tourismus und Naturreservate
Die Ferienzeit ist vorbei, manche werden aus fernen Ländern und Landschaften zurückgekommen sein. Zu den besonderen Sehenswürdigkeiten gehören traditionell die großen Wildtierreservate. Wer einmal im tropischen Regenwald oder der Serengeti unterwegs war, hat Eindrücke gesammelt, die er nie wieder vergisst.
Der Tourismus, von dem vor allem Entwicklungsländer abhängig sind, gehört zu den weltweit größten Wirtschaftsbranchen. Die Tourismusbranche erwirtschaftet etwa elf Prozent des Welt-Bruttosozialprodukts. In ihr sind schätzungsweise 200 Millionen Menschen beschäftigt, die jährlich 700 Millionen Reisende versorgen. Bis zum Jahr 2020 könnte sich laut Conservation International die Zahl der Touristen verdoppeln.
Der weitgehend unkontrolliert wachsende Strom an Besuchern bedroht aber nicht nur die letzten großen Biotope dieser Welt und fügt der Umwelt Schaden zu, sondern zerstört letztendlich auch die Grundlage des Tourismus selbst. In den zurückliegenden Jahrzehnten hat sich der Besucherstrom zu den noch intakten großen Biotopen dieser Erde mehr als verdoppelt. In Laos und Kambodscha stieg er sogar um 2000 Prozent, in Südafrika um 500 Prozent und in Brasilien sowie Ländern Mittelamerikas um 300 Prozent.
"Es gibt viele Beispiel dafür, wie sich die Bedürfnisse der Tourismusbranche und der Natur die Balance halten können", sagt UNEP-Direktor Klaus Töpfer. "Tourismus benötigt funktionierende Kommunen und eine intakte Natur." Damit der Tourismus auch im 21. Jahrhundert eine lukrative Einnahmequelle bleibe, sei eine ökologische Steuerung des Besucherstroms nötig.
BdW/ Umweltberatung
