Umweltrisiko Dachrinne
Zugegeben: Ganz schmuck sehen sie ja aus, die neuen Dächer, Dachrinnen, Wasserinstallationen und Regenfallrohre aus Kupfer. Aber wie so oft im Leben: Vorne der schöne Schein, hinten das böse Erwachen. Die neue Mode trägt erheblich zum Eintrag an Kupfer in Gewässer, Klärschlämme und Böden bei. Nach Untersuchungen des Umweltbundesamtes (UBA) in Konzentrationen, die durchaus giftig für aquatische Organismen, also Wasserlebewesen sind.
Werden die Dachabwässer über die Mischkanalisation in die Kläranlage geleitet, finden sich die Rückstände im Ablaufwasser und damit dem Bach und im Klärschlamm wieder. In Ehningen hat sich die Konzentration an Kupfer im Klärschlamm in den vergangenen Jahren durch die Neubautätigkeit stetig erhöht, und nähert sich bereits dem gesetzlichen Grenzwert. Werden die Dachabwässer über eine Trennkanalisation in die Vorflut - also den Bach – geleitet, so findet sich der Stoff automatisch im Wasser wieder.
Neuerdings wird berechtigterweise immer mehr Oberflächenwasser auf den Siedlungsflächen versickert. Damit werden die Gewässer vor starken, schnellen Flutereignissen, die zur Ufer- und Sohlenerosion führen, abgepuffert und die Ortschaften an den Flüssen von der Hochwassergefahr entlastet. Dies hat bei den Versickerungsflächen allerdings den Nachteil, dass sie langsam mit Metallen angereichert werden und so der Boden belastet wird. Letztendlich ist die die Produktion von Sondermüll. Verzinkte Installationen verhalten sich übrigens ähnlich und sind deshalb kaum eine Alternative.
Das UBA fordert daher dringend die Entwicklung und flächendeckende Anwendung von Korrosionshemmenden Beschichtungen für alle Trinkwasser und Abwasserinstallationen. Das Problem sollte angegangen und gelöst werden, bevor wieder eine Altlast für zukünftige Generationen entstanden ist.
Umweltberatung
