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Gemeinde Ehningen

Schafwolldünger von Ehninger Wiesen für Ehninger Wiesen

Artikel vom 21.09.2021

Eine möglichst lokale Kreislaufwirtschaft schaffen – diesem Ziel verschreibt sich der Ehninger Bauhof mit verschiedenen Projekten. Der Schafwolldünger aus der Wolle Ehninger Schafe ist eines davon.

Jahr für Jahr stand der Ehninger Bauhof vor demselben Problem: Wohin mit dem ganzen Grünschnitt und dem Laub, die durch die Pflege der kommunalen Flächen entstehen? Die Entsorgung von Schnittgut und Laub per Laster und Container ist teuer und wenig umweltfreundlich. Rüdiger Seifert, stellvertretender Leiter des Bauhofs und verantwortlich für die kommunalen Grünflächen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, natürliche Abnehmer für den Grünschnitt des Bauhofs zu finden.

„Wir scherzen gerne vom Rasenmäher 3.0!“, erläutert Seifert ein Projekt im Maurener Tal. Damit sind die Schafe des Schafhalters Joachim Kern gemeint. Neben seinen eigenen Flächen lässt Kern seine Tiere in Absprache mit dem Bauhof auch kommunale Grasflächen abweiden. Dabei bleibt es jedoch nicht. Aus der Schafswolle, die den Tieren während des Weidens erwächst, werden mit einem speziellen Verfahren Pellets gepresst. Diese können als umweltschonendes Düngemittel eingesetzt werden. Zum Festpreis kauft der Bauhof Schafhalter Kern diesen Schafwolldünger ab, um ihn für die Pflege der eigenen Grünflächen zu verwenden. Steht für eine der gepflegten Grünflächen später eine Rasur an, stehen die „Rasenmäher 3.0“ wieder bereit. „Alles bleibt in Ehningen!“, erklärt Seifert, „Ein perfekter Kreislauf.“

Kerns Schafe sind übrigens nicht die einzigen Abnehmer der kommunalen Zellulose. Was nicht im Magen der Schafe landet, stellt der Bauhof als Schnittgut auch dem Hof der Familie Irschik zur Verfügung, wo es den Rindern als Raufutter dient. Nicht zuletzt nimmt Landwirt Stefan Tafel einen Großteil des angesammelten Grünschnitts und Laubs ab, kompostiert es und nutzt es als Düngematerial für seine Ackerflächen. Zudem ehrten der NABU und das Landesumweltministerium erst kürzlich die Gemeinde Ehningen im Rahmen des Projektes „Natur nah dran“. Der Bauhof hatte in den letzten Jahren 6.000 m² Grünflächen in artenreichere Wildblumenwiesen umgewandelt hatte. Mit einem neuen Balkenmäher schufen sich Seifert und Kollegen hierfür unter anderem ein Gerät an, dass es Ihnen erlaubt, Grünflächen seltener und artenschonender zu mähen.

„Die Gemeinde ist auf dem besten Weg zu einer lokalen Kreislaufwirtschaft“, hieß es vergangene Woche in einem Bericht der Kreiszeitung Böblinger Bote. Für den Bauhof ist das nur ein weiterer Ansporn, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Neue Projekte, beispielsweise im Außenbereich des Waldkindergartens, befinden sich bereits in Planung.

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